Weite • Wildnis • Ungewohntes

Die letzten Tagebaue bieten letztmalig die Chancen, wirklich außergewöhnliche Landschaften zu gestalten.

Epochenwandel

Gegenwärtig wird noch im Lausitzer Revier, Mitteldeutschen Revier und Rheinischen Revier Braunkohle in Großtagebauen gefördert. Die Dimension dieser offenen Gruben und der riesigen Tagebaugeräte beeindrucken und erschrecken zugleich. Doch schon in absehbar naher Zeit wird der Braunkohlebergbau in Deutschland insgesamt enden. Damit endet die Bedrohung für Dörfer, Äcker und Wälder, die über eineinhalb Jahrhunderte von den Braunkohletagebauen ausging. Auch die Verschmutzung der Atmosphäre durch die Braunkohlekraftwerke wird enden.

Das Momentum

Mit dem Ende der Kohleverstromung öffnet sich eine andere Perspektive: Nur der Braunkohlenbergbau ist in der Lage, solch bizarre Landschaften in derartigen Dimensionen herzustellen. Dies gilt es zu nutzen! Jetzt!

Denn es bleiben nur noch wenige Jahre, um aus diesen außergewöhnlichsten Eingriffen in unsere Umwelt die aufregendste Kulturlandschaft zu gestalten, die je vorstellbar ist.

Die kulturelle Antwort auf den Kohleausstieg:

Die aufregendste Kulturlandschaft, die je vorstellbar ist.

Die IDEE: Die letzten Tagebaue werden verwandelt in eine außergewöhnliche Landschaft mit dem Anspruch eines »Nationalparks Braunkohle«.
Dabei hat jedes der drei heute noch aktiven Braunkohlereviere je (wenigstens) einen verdient.

Spaziergangsforschung

Tagebaue sind Terra incognita: Für Nicht-Bergleute sind diese Areale üblicherweise unzugänglich. So wird also die Erde pausenlos von Flugzeugen und Satelliten umrundet, doch die Menschen in den Braunkohlerevieren haben im Grunde keine Vorstellung davon, was für bizarre Landschaften sich in ihrer Nachbarschaft auf dem Grund der Tagebaue finden lassen. Denn diese Landschaften lassen sich vom Grubenrand aus nicht erkennen – man muss sie zu Fuß erkunden. Spaziergangsforschung – at it’s best.
Bei Ferropolis / im Tagebau Golpa-Nord war dies von 1995 – 99 möglich, anschließend führte die Internationale Bauausstellung IBA Fürst-Pückler-Land von 2000 bis 2010 die Grubenspaziergänge weiter. Gesamt haben bereits über 30.000 Menschen diese „weißen Löcher“ der Landkarten spazierend für sich erforscht.

In der noch verbleibenden Zwischenzeit bis zur Flutung der nun letzten Tagebaue sind solche Tagebauspaziergänge und Kunstaktionen in den offenen Gruben im Prinzip möglich.

Wann geht es wieder los? Sobald es RWE, MIBRAG und LEAG ermöglichen.

Inspiration

An einigen Projektorten lässt sich in Ansätzen bereits erspüren, was in einem Nationalpark Braunkohle erlebbar wird.

HÖLLER HORN
Rheinisches Revier, NRW
Gestaltet 1990, 17 ha.
Öffentlich zugänglich.

REVIERPARK PROFEN
Mitteldeutsches Revier, ST
Eröffnet 1993, 85 ha.
Aktuell nicht zugänglich.

DÜNE PLESSA
Lausitzer Revier, BB
Relikt aus 1930er Jahren.
Unklarer Status.

OLBERSDORFER PARK
Lausitzer Revier, SN
Eröffnet 1999 als Landesgartenschau.

BERGBAU-TECHNIK-PARK
Mitteldeutsches Revier, SN
Eröffnet 2012; 5,4 ha.
Geöffnet je nach Saison.

KUNSTSZENE TAGEBAU
Lausitzer Revier, BB
Durchgeführt 1991 & 1993; einige Werke erhalten und zugänglich in Pritzen.

Andere Landschaften

Tagebaulandschaften sind transitorische Landschaften: Durch die Erosion durch Wind und Niederschläge, ebenso durch die eigenständig ablaufende Wiederbesiedlung durch Pflanzen und Tiere, unterliegen diese Areale einem permanentem Wandel.

Ausführlich und vielschichtig beschrieben sind die hier vorgestellten Ansätze in dem bei oekom Verlag erschienen Buch
»Letzte Kohle. Andere Landschaften. Zum Ende der Epoche des Braunkohlebergbaus in Deutschland«.
Mehr Infos zum Buch hier >>

Du möchtest die Initiative zu einem Nationalpark Braunkohle unterstützen – dann trete in Kontakt und bringe Dich gerne ein.

Tagebau Abraumkante